Buchempfehlung


Superkapitalismus
Wie die Wirtschaft unsere Demokratie untergräbtVon Rober t Reich
Campus © 2008
326 Seiten
Take-aways
- Durch den gestiegenen Wettbewerb sind die Preise für Konsumgüter auf Rekordtiefstände gefallen.
- Die Reallöhne sind gesunken, und die Einkommensschere klafft immer weiter auseinander.
- Die Erhöhung des Aktienwerts ist zum primären Unternehmensziel geworden.
- Im “Superkapitalismus” entscheiden Verbraucher und Anleger über das Schicksal der Bürger.
- Unsere Interessen als Bürger sind aber nicht identisch mit denen als Verbraucher und Anleger.
- Unser Verhalten ist oft paradox: Wir klagen zum Beispiel über die Verödung der Innenstädte und kaufen in Billigmärkten auf der grünen Wiese ein.
- E s ist naiv, einzelne Unternehmen hierfür verantwortlich zu machen. Deren Ziel ist die Gewinnmaximierung, nichts anderes.
- Massnahmen zum Wohl der Gesellschaft müssen durch entsprechende Gesetze erzwungen werden.
- Unternehmen sind keine Personen. Ihnen gebührt kein Klagerecht, sie sollten aber auch nicht strafrechtlich belangt werden können und keine Steuern zahlen müssen.
- Demokratische Rechte und Pflichten sollten allein den Bürgern vorbehalten sein.
Empfehlung
Heerscharen von Wirtschaftslobbyisten korrumpieren die Politik, CEOsscheffeln Milliarden, und Arbeitnehmer verlieren die Privilegien, die sie
sich einst mühsam erkämpft haben. Das übliche linke Wehklagen? Nein.
Wirtschaftswissenschaftler Robert Reich, einst Minister unter Bill Clinton,
hat ein überraschendes Buch geschrieben. Rücksichtsloser Jobabbau
und sinkende Sozialstandards sind für ihn nicht die Folge einer
Verschwörung zwischen marktgläubigen Politikern und habgierigen Unternehmern.
Wir alle haben als Verbraucher und Anleger in den vergangenen
30 Jahren vom Aufbruch in den Superkapitalismus profitiert – und zahlen
nun als Bürger den Preis dafür. Anstatt mit dem Finger auf Unternehmen
zu zeigen, könnten wir zum Beispiel die Finger vom nächsten Schnäppchen
lassen. Reich entlarvt viele linke und rechte Geschichten über Unternehmen
als Mythen und provoziert mit konkreten Vorschlägen wie der
Abschaffung der Unternehmenssteuern. getAbstract empfiehlt dieses
wichtige Buch allen, die sich über die Demokratie im Würgegriff des
Kapitalismus Sorgen machen und daran etwas ändern möchten.
Rating (bester Wert 10)
| Gesamt-Rating | 9
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| Umsetzbarkeit | 10
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| Innovationsgrad | 9
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| Stil | 9 |

Das Starbucksgeheimnis
Wie aus Kaffee Gold wirdVon Joseph A. Michelli
Redline Wir tschaft © 2008
208 Seiten
Take-aways
- Die extrem er folgreiche Kaffeehauskette Starbucks ist ein Vorreiter in Sachen Mitarbeiter führung und Kundenbindung.
- Sorgfältige Kaffeezubereitung, hochmotivierte Servicemitarbeiter und die angenehme Atmosphäre der Lokale sind die Haupterfolgsfaktoren.
- Starbucks hat den Ehrgeiz, seine Lokale als “dritten Ort”, das heisst als Lebensmittelpunkt neben Wohnung und Arbeitsplatz, zu präsentieren.
- Die Mitarbeiter werden auf fünf Grundprinzipien eingeschworen: Mach dir die Starbucks-Philosophie zu eigen, jedes Detail ist
- bedeutsam, überrasche und er freue, freue dich über Widerstand, drücke der Welt deinen Stempel auf.
- Sich voll und ganz mit dem Unternehmen zu identifizieren, ist die oberste Leitlinie.
- Starbucks ermunter t seine Mitarbeiter, sich wie echte Gastgeber zu verhalten, sich um jeden Kunden zu kümmern und eine persönliche Beziehung aufzubauen.
- E ngagement innerhalb und ausserhalb des Unternehmens wird geförder t.
- Starbucks engagier t sich auch im Umweltschutz und im Fair trade-Bereich.
- Das Management schult und betreut die Mitarbeiter intensiv und lebt selbst das vor, was es im Umgang mit Kollegen und Kunden
- von ihnen erwar tet.
- E s wird alles getan, um Kritik und Widerstand als Verbesserungschance zu begreifen.
Empfehlung
Wer die Fussgängerzone einer x-beliebigen Stadt durchmisst, wird mitziemlicher Sicherheit auf eine Starbucks-Filiale stossen. Hinter dieser Armada
steckt eine beeindruckende Er folgsgeschichte. Buchautor Joseph
A. Michelli analysiert sie Schritt für Schritt. Man mag über die neue Kaffeekultur
à l’américaine die Nase rümpfen, aber der Triumphzug macht
Sinn: Offenbar hat man bei Starbucks Prinzipien, an die man sich tatsächlich
hält und die man konsequent umsetzt. Über allem steht das
Ziel “Qualität”, sowohl beim Produkt wie auch beim Service. Qualität
hat ihren Preis, und den zahlen die zahlreichen Starbucks-Fans bereitwillig.
Michelli hält die Kaffeehauskette unübersehbar für den absoluten
Musterknaben moderner Unternehmensführung. Entweder tut man sein
Buch als unkritische Lobhudelei ab. Oder man lässt sich von dem leuchtenden
Vorbild – ob es nun geschönt ist oder nicht – inspirieren.
Rating (bester Wert 10)
| Gesamt-Rating | 6
|
| Umsetzbarkeit | 6
|
| Innovationsgrad | 5
|
| Stil | 7
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