Buchempfehlung


Was zu tun ist
Eine Agenda für das 21. JahrhundertVon Thomas L. Friedman
Suhrkamp © 2009, 543 Seiten
Take-aways
- Die Welt ist heiss und überbevölker t. Und sie ist flach, dass heisst die beiden Probleme gehen alle an.
- Energie- und Klimapolitik sind die wichtigsten Themen des neuen Jahrhunder ts.
- Die USA sind der Ökosünder und Energieverschwender Nummer eins.
- In allen Bereichen der Wir tschaft funktionier t der Wettbewerb und bringt Innovationen hervor – nur nicht im Energiesektor.
- Billige Energie führ t dazu, dass sich kein Unternehmen um energieeffiziente Technologien bemüht.
- Öko-Innovationen gehör t die Zukunft.
- Den Lobbyisten der Ölgesellschaften gelingt es immer wieder, einflussreiche Politiker dazu zu bewegen, den Klimawandel zu leugnen.
- Die westliche Abhängigkeit von Öl und Gas schür t in den Ländern der Öl-Diktatoren den Fundamentalismus und die Verletzung der Menschenrechte.
Empfehlung
Starjournalist Thomas L. Friedman, Vordenker der Globalisierung, hatderen Schattenseite entdeckt: den Raubbau an der Natur, die Energieverschwendung,
den Klimawandel. Sein aktuelles Buch ist eine pointierte
Zusammenfassung aller Mahn- und Warnbücher, die zu diesem Thema
in den letzten Jahren veröffentlich wurden. Selbstbewusst bezeichnet
der Verlag das Buch als “das politische Programm für Barack Obama”.
Sollte sich der US-Präsident Friedmans Worte zu Herzen nehmen, hätte
das einschneidende Konsequenzen für das Land: Es ist in erster Linie die
Verschwendungssucht der Amerikaner, die der Autor dafür verantwortlich
macht, dass wir am Rand einer ökologischen Katastrophe stehen. Ein
wenig amerikanische Überheblichkeit darf bei den Lösungsvorschlägen
dann aber doch nicht fehlen: Wenn die USA es nicht schaffen, wer dann?
Da wäre es Friedman schon mal recht, dass das Land “für einen Tag
China würde” und ohne Widerstand der Parteien oder der Lobbyisten
ein grünes Politikprogramm einfach von oben durchdrücken könnte. So
gut Friedman recherchiert und so flott er schreibt: Mit der Zeit wirken
seine Anekdoten etwas beliebig. Trotzdem: getAbstract empfiehlt das
engagierte Plädoyer allen, die nach langen Klimareden deren kurzen Sinn
suchen: konkrete Handlungsvorschläge.
Rating (bester Wert 10)
| Gesamt-Rating | 8 |
| Umsetzbarkeit | 9
|
| Innovationsgrad | 7
|
| Stil | 9
|

Die Subprime-Lösung
Wie wir in die Krise hineingeraten sind– und was wir jetzt tun sollten
Von Rober t J. Shiller
Börsenmedien © 2008, 177 Seiten
Take-aways
- Die Subprime-Krise ist die Folge einer Spekulationsblase am USImmobilienmarkt.
- Viele Amerikaner glaubten seit den Neunzigerjahren, als Hausbesitzer reich zu werden.
- Die Hauspreise stiegen stetig. Erst 2006 endete die Euphorie.
- Die Krise könnte lange andauern. Ein “verlorenes Jahrzehnt” ist möglich.
- Kurzfristig wirkende Rettungspakete sind nötig, um Panikwellen zu verhindern.
- Um Spekulationsblasen in Zukunft wirkungsvoll zu verhindern, sind institutionelle Reformen des Finanzmarkts unumgänglich.
- Die Finanzinformationen müssen besser werden. Stichwor te: Datenbanken zur Bonität von Privatpersonen, Standardfinanzpläne, mehr Transparenz bei Wer tpapieren und neue wir tschaftliche Masseinheiten, die die Inflation berücksichtigen.
- Es braucht neue Finanzmärkte. Immobilienfutures zum Beispiel würden es möglich machen, Preisblasen einzudämmen, bevor sie platzen.
- Neue Finanzinstrumente für Hausbesitzer werden benötigt. Stichworte: Eigenheim-Kapitalversicherungen, Continuous-Workout-Hypotheken, die laufend ans Einkommen und die Inflation angepasst werden, Lebensstandard-Versicherungen. Die Lösung liegt nicht in der Eindämmung der Finanzmärkte, sondern in ihrer Ausweitung, dass heisst Demokratisierung.
Empfehlung
Wer heute eine plausible Erklärung dafür bieten kann, wie es zur Finanzkrisegekommen ist, findet Gehör. Noch gefragter sind Leute, die
uns sagen können, wie wir da wieder rauskommen. Rober t J. Shiller,
der schon den New-Economy-Hype messerschar f analysier t hat, kann
beides: Sowohl seine gut nachvollziehbare Analyse als auch seine konkret
formulier ten Lösungsvorschläge sind ein wichtiger Diskussionsbeitrag
und könnten helfen, das Ver trauen in Banken und Unternehmen
zurückzugewinnen. Denn bei aller Kritik am Finanzsystem setzt der
Autor nicht etwa auf radikale Restriktionen, sondern auf die Ausweitung
und die Demokratisierung der globalen Finanzwir tschaft. Sein Hauptargument:
Risiken, die auf viele Schultern ver teilt werden, lasten weniger
schwer. getAbstract empfiehlt das Buch allen, die über die Finanzkrise
nachdenken und die künftige Entwicklung mitprägen wollen
Rating (bester Wert 10)
| Gesamt-Rating | 9
|
| Umsetzbarkeit | 9
|
| Innovationsgrad | 9
|
| Stil | 8 |


