Buchempfehlung


No Economy
Wie der Gratiswahn das Internet zerstörtVon Gisela Schmalz
Eichborn © 2009, 234 Seiten
Take-aways
- Webunternehmen locken massenhaft mit Gratisangeboten. Der Grund: Werbekunden zieht es auf die Seiten mit den meisten Klicks.
- Piraterie ist weit verbreitet, zwei Drittel der Sur fer laden Dateien illegal herunter.
- Die heutigen Onlinegiganten profitieren vom «First-Mover-Advantage»: Nachahmer haben es schwer.
- Der «Lock-in-Effekt» hält die Nutzer bei der Stange: Die Angebote sind so konzipier t, dass ein Wechsel des Anbieters mühsam ist.
- Die aktuelle Internetökonomie lässt sich am besten mit einem sogenannten Transaktionenmodell beschreiben. Es basier t auf dem Prinzip des Tauschhandels.
- Leistungen werden nicht nur gegen Geld, sondern vor allem gegen Aufmerksamkeit, Zeit, Nutzerdaten, Kritik oder Weiterentwicklung eingehandelt.
- Die Folgen der Gratisspirale: Qualitätsverlust und Monopolisten, die den Preis diktieren.
- Die Nutzer haben es in der Hand, ob sich der Onlinehandel selbst zerstör t oder ob sich faire Mikromärkte entwickeln.
Empfehlung
Ist doch toll, dass es im Internet so viel umsonst gibt! Wirklich? Warum funktionierendiese Gratisangebote überhaupt? Wer steckt dahinter und wohin wird
uns die «Ich bin doch nicht blöd»-Mentalität führen? Medienökonomin Gisela
Schmalz gibt Antwor ten und versucht gleichzeitig, über die Gefahren des Gratiswahns
aufzuklären. Für sie ist klar: So wie jetzt wird das Internet nicht mehr
lange aussehen. Entweder betrachten wir es weiterhin als Selbstbedienungsladen,
der sich nur über Werbung finanzier t – mit der Folge, dass wir schliesslich
in den Fängen gieriger Monopolisten landen. Oder wir nutzen unsere
Macht als Sur fer und suchen gezielt nach kleinen Qualitätsanbietern, die wir
für ihre Leistungen fair bezahlen. Schmalz schreibt ohne akademischen Dünkel
und wohltuend konkret. Ihre Analyse des Status quo ist brillant, die Zukunftsausblicke
hingegen bleiben vage, und an ihr Gegenmodell zu glauben,
fällt schwer. Wichtig ist die Diskussion aber allemal, deshalb empfiehlt getAbstract
das Buch allen Internetnutzern und -unternehmern, die die Onlinekultur
aktiv mitgestalten möchten.
Rating (bester Wert 10)
| Gesamt-Rating | 8
|
| Umsetzbarkeit | 9
|
| Innovationsgrad | 8
|
| Stil | 8
|

Die Magie der Innovation
Erfolgsgeschichten von Audi bis Zara
Von Stephan Scholtissek
mi © 2009, 223 Seiten
Take-aways
- Innovation ist heute die einzige Möglichkeit für Unternehmen, ohne Zukäufe zu wachsen.
- Innovation bedeutet: Erfindung plus Markter folg.
- Kreativität alleine reicht für Innovation nicht aus, auch Unternehmer tum und eine detaillier te Analyse sind unabdingbar.
- Villeroy & Boch schützt sich vor der Billigkonkurrenz mit Geschirr in geschwungener Form, das ohne entsprechende Fer tigungstechnik nicht kopierbar ist.
- Audis Misser folg in den USA hat die Deutschen zum asiatischen Marktführer gemacht.
- Die Ökowelle und versehentlich entstandene Gerüchte machten aus dem Ladenhüter Bionade ein gefragtes Lifestyle-Getränk.
- Die Modebranche braucht mehrere Monate vom Design bis zum Verkauf eines Kleidungsstückes – Zara nur drei Wochen.
- Stellen Sie Ihr Unternehmen ganz auf Innovation ein: von der Strategie über die Prozesse bis zur Firmenkultur.
- Fehler dür fen nicht erst nach dem Markteintritt zutage treten.
Empfehlung
Jetzt ist es zu spät: Der Zahnstocher, Red Bull und eBay sind bereits er funden.Aus der Traum von unsagbarem Reichtum und von Millionen Menschen, die
einem auch noch dafür danken, dass man einen Kassenschlager gelandet
hat. Oder doch nicht? Irgendwo da draussen – oder tief in unseren Köpfen –
schlummer t sicher noch die eine oder andere Erfindung, auf die die Welt wartet.
Stephan Scholtissek will mit seinem Buch Gebur tshelfer sein. Der Unternehmensberater
zeigt auf, wie Unternehmen dauerhaft innovativ werden und
wie aus einer guten Idee auch tatsächlich ein Markter folg wird. Daran muss
man arbeiten, sagt Scholtissek, denn ein Geistesblitz, der ins Leere schlägt,
bringt niemandem etwas – am wenigsten seinem Urheber. Wer aber richtig
vorgeht, kann selbst das scheinbar Unmögliche möglich machen, zum Beispiel
einen Kräuterlikör zum Kultgetränk oder eine deutsche Limousine zum
Lieblingswagen der Chinesen. Eine Motivationsspritze für alle Erfinder von
morgen, meint getAbstract – egal, ob sie in der Geschäftsleitung oder in der
Entwicklungsabteilung sitzen.
Rating (bester Wert 10)
| Gesamt-Rating | 7
|
| Umsetzbarkeit | 8
|
| Innovationsgrad | 5
|
| Stil | 8
|


