Buchempfehlung


Der Kampf um die Zweite Welt
Imperien und Einfluss
in der neuen Weltordnung
Parag Khanna
Berlin Verlag © 2008, 623 Seiten
Take-aways
- Die USA, die EU und China sind heute die drei Imperien von geopolitischer Bedeutung.
- Im Kampf dieser drei Weltmächte um Rohstoffe und politischen Einfluss werden die Staaten der Zweiten Welt immer wichtiger.
- Die EU expandiert durch Umarmung: Sie stösst Reformen an und investiert in die Infrastruktur der Beitrittskandidaten.
- Russland ist der Verlierer der EU-Erweiterung. Fast ganz Osteuropahasst Russland und will so schnell wie möglich in die EU.
- China präsentiert sich mit seiner Doktrin des “friedlichen Aufstiegs” er folgreich als Alternative zu den USA.
- Das Konzept: Handel ohne Wandel − und alle ver fügbaren Rohstoffe ab ins Reich der Mitte.
- Lateinamerika und die arabische Welt emanzipieren sich zusehends von der US-Bevormundung.
- Islamistischer Fundamentalismus gedeiht unter autokratischen und korrupten Regimes.
- Die USA verlieren an Einfluss und Anziehungskraft, auch weil die Lebensqualität im Land zurückgeht.
- Nur durch Arbeitsteilung und Kompromisse kann eine Eskalation zwischen den Weltmächten verhindert werden.
Empfehlung
Es sind kühne Thesen: Die EU, ein mächtiges Imperium? Die USA, eingeopolitisches Auslaufmodell? Und China, eine Weltmacht, die ohne
Waffengewalt ganz Ostasien beherrscht? Parag Khanna provoziert, doch
er weiss seine Behauptungen zu belegen. Immerhin hat er für seine
Recherchen über 50 Länder bereist und unzählige Gespräche geführt.
Herausgekommen ist eine Mischung aus bunten Reiseimpressionen
und komplexer historisch-politischer Analyse. Der Leser erfährt zum
Beispiel, dass sich viele Russen nur in der Sauna sicher fühlen, weil dort
keine Waffen erlaubt sind. Die lateinamerikanische Politik vergleicht der
Autor mit Salsa, Samba, Rumba und Tango und deren “unvermittelten
Drehungen und Kehrtwendungen”. Für jedes Land und jede politische
Entwicklung hat er eine Metapher zur Hand, von denen allerdings einige
etwas bemüht daherkommen. Insgesamt zeichnet er ein faszinierendes
Bild vom geopolitischen Flickenteppich und von den Zerreissproben,
denen dieser ausgesetzt ist. getAbstract empfiehlt die Lektüre allen, die
sich für Geopolitik interessieren.
Rating (bester Wert 10)
| Gesamt-Rating | 9
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| Umsetzbarkeit | 8
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| Innovationsgrad | 9
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| Stil | 9
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Steve Jobs’ kleines Weissbuch
Die bahnbrechenden Managementprinzipien
eines Revolutionärs
Leander Kahney
FinanzBuch © 2008, 245 Seiten
Take-aways
- iMac, iPod, iPhone – Steve Jobs hat Apple einen Verkaufshitnach dem anderen beschert.
- Als er 1997 nach zwölfjähriger Abwesenheit zu dem Unternehmen zurückkehrte, stand es vor dem Bankrott.
- Er besann sich auf das Wesentliche und strich das Produktportfolio von 40 auf vier Geräte zusammen.
- Mittelmässige und illoyale Mitarbeiter wurden “gesteved”. Die besten hält er bis heute.
- Die Kunst des Apple-Designs besteht im Weglassen.
- Die eigenwillige, oft provozierende Werbung feiert das Markenerlebnis und gibt Nutzern das Gefühl, etwas Besonderes zu sein.
- Steve Jobs köder t die Medien mit Geheimnistuerei und indem er die Gerüchteküche anheizt.
- Die ständige Medienpräsenz ist Gratis-PR im Wer t von Hunderten Millionen Dollar.
- Jobs’ Vision wird zur Wachstumsstrategie: der Computer als digitale Schnittstelle im Unterhaltungszeitalter.
- Die Kunden sollen alles von Apple kaufen. Die vertikale Integration der Produkte entspricht Jobs’ Kontrollmanie.
Empfehlung
Umber to Eco hat es treffend ausgedrückt: “Der Macintosh ist katholisch:Das Wesen der Offenbarung wird in einfachen Formeln und
prachtvollen Ikonen abgehandelt. Jeder hat das Recht auf Erlösung.”
Und Steve Jobs, Chef der berühmtesten “Obstfirma” der Welt und Hohepriester
der Konsumsekte unserer Tage, weiss, was seine Schäfchen
wollen: mit dem iPod an der Hüfte eine Spur im Universum hinterlassen.
Buchautor Leander Kahney versucht erst gar nicht, seine Verehrung für
den Guru zu verbergen. Zwar zitier t er brav die Kritiker und Mahner,
relativier t aber stets deren Bedenken hinsichtlich Jobs’ Führungsstil
oder Produktphilosophie. Kahney erzählt auf unterhaltsame Weise von
Apples wir tschaftlicher Achterbahn und spar t nicht mit erbaulichen
Anekdoten, etwa jener, dass die Familie Jobs einmal zwei Wochen über
den Kauf der per fekten Waschmaschine debattier te und sich am Ende
für ein deutsches Fabrikat entschied. getAbstract empfiehlt das Buch
allen, die sich für Steve Jobs’ schillernde Persönlichkeit, für Computergeschichte
und für Produktdesign interessieren.
Rating (bester Wert 10)
| Gesamt-Rating | 7
|
| Umsetzbarkeit | 7
|
| Innovationsgrad | 6
|
| Stil | 8
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