Buchempfehlung

Denken hilft zwar, nützt aber nichts
Warum wir immer wieder unvernünftige
Entscheidungen treffen
Von Dan ArielyDroemer © 2008, 316 Seiten
Take-aways
· Menschen verhalten sich absehbar irrational und unlogisch,
immer und immer wieder.
· Wir beurteilen alles und jeden relativ, also im Vergleich mit anderen Dingen
und Menschen.
· Optimale Preise sind illusionär, da sie nur mit vollkommen rationalen
Marktteilnehmern zustande kämen.
· Zufällige Erfahrungen bilden die Anker, an denen wir uns festhalten.
· Es gibt keine unwichtigen Entscheidungen. Jede zieht einen Rattenschwanz
nach sich.
· Das Wort «gratis» lässt uns Geschäfte abschliessen, bei denen wir am Ende
draufzahlen.
· Eine Kreditkarte mit selbst festgelegten Ausgabelimits könnte für viele
hilfreich sein.
· Essig im Bier schmeckt nur schlecht, wenn man’s weiss: Erwartungen prägen
unsere Wahrnehmung stärker als Empfindungen.
· Wir neigen dazu, uns alle Türen offen zu halten. Wer Erfolg haben will, muss
lernen, Türen für immer zu schliessen.
Empfehlung
Für Verhaltensökonomen ist unser Alltag ein wahres Forschungseldorado:
Warum reagieren wir auf Gratisangebote wie Waldi auf ein Stück Wurst? Weshalb
können nur wenige der Versuchung widerstehen, das Geschenk für den
Sohnemann auf die Spesenrechnung zu setzen? Warum landen Millionen erstklassiger
Autos in deutschen Schrottpressen? Und wieso stellen Abgeordnete in
Grossbritannien dem Steuerzahler Pornofilme und die Reinigung ihres privaten
Burggrabens in Rechnung? All das ist nicht nur unvernünftig und unmoralisch,
sondern nachgerade blöde. Aber so sind wir nun mal, meint Dan Ariely. Er muss
es wissen, denn in seinen Experimenten hat er auch intelligente, rechtschaffene
Studenten als Gelegenheitsbetrüger und potenzielle Sexmonster entlarvt.
Seine Beispiele sind direkt aus dem Leben gegriffen, sodass man sich als Leser
mehrmals an die eigene Nase fasst. Das ist nicht immer angenehm, aber sehr
unterhaltsam und lehrreich. getAbstract legt das Buch allen Schnäppchenjägern,
notorischen Aufschiebern, Sportmuffeln, Diätbrechern und Kreditkartenüberziehern
ans Herz, die wissen wollen, warum sie immer wieder von ihren guten
Geistern verlassen werden.
Rating (bester Wert 10)
| Gesamt-Rating | 9
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| Umsetzbarkeit | 8
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| Innovationsgrad | 8
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| Stil | 10
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Geschäftsmodelle für die Herausforderungen
des Internets
Von Chris AndersonCampus © 2009, 304 Seiten
Take-aways
· Gratisangebote im Internet sind kein Marketingtrick, sondern ein eigenes
Wirtschaftsmodell.
· Onlinemärkte sind liquider als herkömmliche Märkte, weil eine maximale
Anzahl von Menschen daran teilhat.
· Der Internetmarkt ist gigantisch, deshalb gehen Preise nur in eine Richtung:
nach unten.
· Sie können versuchen, sich dagegen zu wehren – oder Ihr Geschäftsmodell
anpassen und profitieren.
· Google etwa verschenkt vieles, verdient aber gewaltig mit
benutzerrelevanter Werbung.
· Ein anderes Modell ist «Freemium»: Hier wird ein Basismodell gratis angeboten
und mit einem kostenpflichtigen Premiumangebot
subventioniert.
· Bei einem Freemium-Modell sollten 5 Prozent zahlende Kunden ausreichen,
um die Kosten zu decken.
· Geld ist nicht die einzige Währung: In nicht monetären Märkten arbeiten die
Leute für Anerkennung, Imagegewinn oder einfach aus Spass.
Empfehlung
Im Netz ist alles gratis. Horden von bösartigen Raubkopierern, Tauschbörsennutzern
und Trittbrettfahrern fallen über unser bewährtes Wirtschaftssystem
her und nehmen mit, was nicht niet- und nagelfest ist. Ganze Branchen sind vom
Bankrott bedroht. Wirklich? Chris Anderson hat für derartige Untergangsszenarien
nur ein müdes Lächeln übrig. Sein Credo: «Free» ist das einzige Modell, mit
dem man im Internet überhaupt Geld verdient. Denn nur wer seine Netze weit
auswirft, kann irgendwann einen richtig dicken Fisch fangen. Der Autor präsentiert
dem Leser unzählige fette Leckerbissen aus der Praxis: Google, Disneys
Club Penguin, Open-Source-Dienstleister oder der Buchautor Anderson höchstpersönlich
– sie alle haben mit Gratismodellen angeblich gutes Geld gemacht.
Ob das für jedes Unternehmen funktioniert, bleibt fraglich. Doch der auch schon
als «Freetard» verunglimpfte Anderson schreibt mit so viel Schlauheit und
Charme, dass man sich das Buch – nach dem kostenlosen Download – sofort
zum Schmökern auf dem Sofa kaufen möchte. getAbstract empfiehlt es allen
Unternehmern, die auf einen möglicherweise unaufhaltsamen Zug aufspringen
wollen.
Rating (bester Wert 10)
| Gesamt-Rating | 8
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| Umsetzbarkeit | 7
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| Innovationsgrad | 9
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| Stil | 9 |


