Buchempfehlung


Das kugelsichere Federkleid: Wie die Natur uns Technologie lehrt
Robert Allen (Hrsg.)
Spektrum 2011, 192 Seiten
Take-aways
- Seit der Urzeit experimentiert die Natur mit dem Ziel, effiziente und robuste Lebewesen hervorzubringen.
- Die Medizintechnik kopiert für Implantate die Fähigkeit der Seegurke, von einem weichen in einen harten Zustand zu wechseln.
- Um flexibel auf die Umwelt reagieren zu können, benötigen Roboter Intelligenz, für die der Mensch Modell steht.
- Künftig könnten Prothesen vom zentralen Nervensystem gesteuert werden und den Menschen fühlen lassen, was er berührt.
- Mit ihrem Breitbandsonar erkennen Delfine sogar die Art und die Grösse von Fischen. Diese Fähigkeit wäre auch für die Fischerei praktisch.
- Weil die Meereserforschung riskant ist, werden unbemannte Fahrzeuge eingesetzt.
- Günstig und effizient für den Einsatz unter Wasser wären kleine Fahrzeuge, die die Bewegungen von Schwarmvögeln imitieren.
- Die gut klimatisierten Termitenbauten nutzen den thermischen Auftrieb und sind Vorbild für von Menschenhand geschaffene Gebäude.
- In modernen Gebäuden eingesetzte Wärmetauscher fussen auf dem Gegenstromprinzip von Blutgefässen.
Empfehlung
Das Rad muss nicht neu erfunden werden: Viele Dinge sind bereits vorhanden, aber vielleicht einfach noch nicht einer geeigneten Nutzung zugeführt worden. Nicht der Mensch, sondern die Natur hat sie hervorgebracht und dafür seit Urzeiten experimentiert. Mit diesem Buch öffnen Robert Allen und sein Team die Schatzkammer der Natur und erläutern mit faszinierenden Farbfotos, Schaubildern, Beispielen und wissenschaftlicher Theorie, wie der Mensch von ihr profitieren kann. Ganz so leicht verständlich, wie es der Text auf dem Buchrücken verspricht, sind die Ausführungen nicht immer. Vor allem das letzte Kapitel geht stark ins wissenschaftliche Detail und ist ohne ständigen Blick ins dankenswerterweise vorhandene Glossar nur schwer zu verstehen. Besonders, wenn es um die Anwendungen geht, dürfte es gern etwas ausführlicher sein, denn oft wird der Leser mit einem kurzen Satz, dass dieses und jenes Prinzip hier und da heute bereits genutzt werde, allein gelassen. Dennoch ist dieses Buch eine wertvolle Inspirationsquelle, die bei vielen gros-ses Staunen und Begeisterung hervorrufen wird. Zugleich schafft beziehungsweise erhöht es den Respekt vor grossen wie kleinsten Lebewesen, die besser als der Mensch mit vielen Unbilden der Umwelt zurechtkommen. get-Abstract empfiehlt das Buch vor allem Produktentwicklern.Rating (bester Wert 10)
| Gesamt-Rating
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8
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| Umsetzbarkeit | 6
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| Innovationsgrad | 9
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| Stil | 8
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Wer hat’s erfunden? Die Geheimnisse von Jung v. Matt, Europas einflussreichster Werbeagentur
Heide Neukirchen
Redline 2011, 207 Seiten
Take-aways
- Als Jean-Remy von Matt sich von seiner Frau scheiden liess, traf er auf Holger Jung, den neuen Mann an der Seite seiner Exfrau.
- Nach Jahren in verschiedenen Werbeagenturen sahen sich die beiden bei Springer & Jacoby wieder. Sie verstanden sich blendend und gründeten 1991 Jung von Matt.
- Die beiden Gründer teilen ein Büro; schlechte Stimmung wird schnell ausgeräumt.
- Ihr wichtigstes Prinzip ist «Haltung»: gnadenlose Selbstkritik und kein Duckmäusertum.
- Das Eigenbranding der Firma ist minutiös; die dunkelgrüne Markenfarbe und das Trojanische Pferd als Logo sind in den spartanischen Räumlichkeiten omnipräsent.
- Ein Team oder mehrere, bestehend aus einem Texter und einem Artdirector, feilen an Ideen; ein erfahrener Creative Director entscheidet über die Gewinneridee.
- Die verschiedenen JvM-Agenturen zahlen einen «Kreativ-Solus»: 2 Prozent des Umsatzes gehen in einen gemeinsamen Topf – die erfolgreichsten Agenturen erhalten daraus einen Bonus.
- Kunden müssen zwei von drei Kriterien erfüllen: Geld, Ruhm oder Spass bringen.
- Als Jean-Remy von Matt Blogs als «Klowände des Internets» verunglimpfte, galt die Agentur als internetignorant.
Empfehlung
Als «embedded journalist» zog Heide Neukirchen mit Jung von Matt in die Werbeschlacht: Wochenlang begleitete sie die Werber, wohnte Meetings bei, lauschte Kreativprozessen, interviewte die Gründer, die Mitarbeiter und Ehemalige und recherchierte bei der Konkurrenz. Wer aber erwartet, dass das Buch – wie im Untertitel versprochen – überraschende Geheimnisse ausplaudert, wird leise enttäuscht. Die profilierte Wirtschaftsjournalistin Neukirchen kann allerdings nicht viel dafür: Jung von Matts Werber sind nun mal nicht ausserirdisch, sondern einfach nur extrem engagiert, nie mit ihrer Arbeit zufrieden und Anwender der einen oder anderen speziellen Führungsmethode. Lesenswert ist das Buch allemal: Die Geschichte der Agentur ist spannend und gibt einen tiefen Einblick in die Denkweise kreativer Macher, fernab der Koks-Klischees. getAbstract empfiehlt das Buch allen, die mit Werbung zu tun haben – sei es auf produzierender oder auf einkaufender Seite.Rating (bester Wert 10)
| Gesamt-Rating
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7
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| Umsetzbarkeit | 6
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| Innovationsgrad | 7
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| Stil | 9 |
