Buchempfehlung


Eine kurze Geschichte der
Spekulation
Von John Kenneth GalbraithEichborn © 2010, 123 Seiten
Take-aways
- Spekulationswellen laufen seit Jahrhunderten nach dem gleichen Muster ab.
- Steigende Preise locken Käufer an, die für noch höhere Preise und Gewinne sorgen.
- Irgendwann platzt jede Spekulationsblase, und das passiert immer mit einem grossen Knall.
- Warnzeichen werden übersehen, weil frühere Krisen schnell vergessen sind.
- Jede Generation bringt neue vermeintliche Finanzgenies und -innovationen hervor.
- Tatsächlich erfinden sie nur den Leverage-Effekt neu: Sie erzielen mit wenig eigenem Geld und hohen Schulden grosse Gewinne.
- Anleger verbinden Reichtum irrtümlich mit Intelligenz und wirtschaftlichem Durchblick.
- Nach dem Crash suchen sie überall die Schuld – nur nicht bei sich selbst.
- Die Geschichte beweist, dass niemand gegen den Sog einer kollektiven Massenhysterie gefeit ist.
Empfehlung
Es sind Szenen wie aus einem Wirtschaftsthriller: vornehme Frauen, die für den Erwerb einer Aktie mit Börsenmaklern ins Bett steigen; betrügerische Banker, die der Aufsichtsbehörde Nägel unter den Goldmünzen als Einlagensicherung andrehen; oder angesehene Politiker, die ihren guten Ruf an ein offensichtliches Pyramidensystem verkaufen. Die vielen Geschichten, die John Kenneth Galbraith mit einer gewissen Genugtuung zum Besten gibt, sind traurig, aber wahr: Sie entlarven den Marktteilnehmer als gierigen, irrationalen, ja oft sogar schwachsinnigen Menschen, der partout nicht aus der jahrhundertealten Geschichte der Spekulation lernen will. Er müsste sich dann nämlich mit einer unangenehmen Wahrheit abfinden: Nicht die Banker und Ganoven, die mangelnde Finanzmarktregulierung oder die Naturgewalten sind schuld daran, dass es in schöner Regelmässigkeit knallt. Nein, wir sind es selbst, weil wir stets von Neuem der Verheissung einer wunderbaren Geldvermehrung auf den Leim gehen. Der 2006 verstorbene Autor hat 1990 ein mitreissendes Buch mit prophetischem Charakter geschrieben. getAbstract legt es allen ans Herz, die beim nächsten Knall nicht zu den Dummen gehören wollen.
Rating (bester Wert 10)
| Gesamt-Rating | 9
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| Umsetzbarkeit | 9
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| Innovationsgrad | 7
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| Stil | 10
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Ausnahmefall
Unternehmenskommunikation in Sondersituationen. Mit 10 Fallbeispielen
Von Katja NagelLinde © 2010, 256 Seiten
Take-aways
- Jedes Unternehmen gerät irgendwann in eine Umbruchphase.
- Dann ist es wichtig, von Beginn an nach innen und aussen offen zu kommunizieren.
- Kommunikation mit den Mitarbeitern schafft Vertrauen und Verständnis.
- Gibt es keinen Informationsfluss nach innen, kann dies den gesamten Veränderungsprozess behindern oder gar verunmöglichen.
- Wenn das Management es versteht, in schwierigen Phasen professionell zu kommunizieren, kann es kritische Situationen besser meistern.
- Eine wichtige Regel lautet: Erst die Mitarbeiter, dann die Medien informieren.
- Durch ehrliche, transparente Kommunikation machen Sie Betroffene zu Beteiligten.
- Jede Zielgruppe muss ihren Interessen und Befürchtungen entsprechend mit Informationen versorgt werden.
- Planen Sie Ihre Kommunikation für Umbruchphasen im Voraus.
- Die Unternehmenskommunikation leitet sich von der Strategie und den Zielen des Unternehmens ab und wirkt als Verstärker für dieselben.
Empfehlung
Katja Nagel hat eine Art Kommunikationsdrehbuch für Ausnahmesituationen in Unternehmen geschrieben. Die Autorin zeigt, wie sich rund um Umbruchphasen – vom Firmenzusammenschluss bis zur Insolvenz – professionelle Kommunikation betreiben lässt. Quasi im Vorbeigehen macht Nagel den Leser vom Statisten zum Regisseur; die Lektüre nimmt so Kommunikationsverantwortlichen und Unternehmenslenkern das flaue Gefühl im Magen, das sich bei Übergangsphasen einstellen kann. Fallbeispiele von Unternehmen, die alles richtig gemacht haben, illustrieren gelungen die graue Theorie. «Ausnahmefall» ist ein hilfreicher Ratgeber mit Übersichten zu den typischen Veränderungsphasen in Unternehmen; er erläutert pragmatisch, worauf es in der Krise besonders ankommt. getAbstract empfiehlt das Buch Unternehmensberatern, Presse- und Kommunikationsverantwortlichen sowie Geschäftsführern.
Rating (bester Wert 10)
| Gesamt-Rating | 8
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| Umsetzbarkeit | 9
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| Innovationsgrad | 6
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| Stil | 8
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