
Nachhaltigkeit
Weiterhin achtsam sein
Nachhaltigkeit und Wirtschaftsethik sind für das weltweit tätige Unternehmen Unilever mit Sitz in Thayngen/SH von zentraler Bedeutung. «Marken sind langfristig nur dann erfolgreich, wenn sie ethisch einwandfrei produziert und vermarktet werden», sagt Gavin Neath, Senior Vicepresident Sustainability (Nachhaltigkeit). Welche Entwicklungen in der Konsumgüterindustrie zu erwarten sind, verrät der Engländer im Interview.
Interview: Nathalie Zeindler Bilder: Unilever, Young & Rubicam, Frankfurt am Main
Interview: Nathalie Zeindler Bilder: Unilever, Young & Rubicam, Frankfurt am Main
Gavin Neath, Sie sind für die weltweite Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele von Unilever zuständig. Gehören Sie zu den Vorreitern in diesem Bereich?
Die Nachhaltigkeitsaspekte spielen seit jeher eine zentrale Rolle in unserem Unternehmen. Da zwei Drittel der von uns genutzten Ressourcen Agrarrohstoffe sind, haben wir bereits Mitte der Neunzigerjahre ein umfangreiches Programm zur Förderung einer nachhaltigen Agrarwirtschaft entwickelt. Wir gehören zweifelsohne zu den Pionieren, und mit weiteren Initiativen im Bereich landwirtschaftlicher Produkte wie beispielsweise bei Lipton-Tee wurden neue Massstäbe gesetzt. Vor Kurzem haben wir uns auch zum Ziel gesetzt, unsere Unternehmensgrösse zu verdoppeln und gleichzeitig die Umwelteinflüsse durch den Konsum unserer Produkte zu reduzieren.
Ist demnach unbestritten, dass Marken mit hohem Nachhaltigkeitswert zunehmend gefragt sind?
Diesbezüglich besteht ein wachsendes Interesse. Auch für eine neue Form des Kapitalismus, in der die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger dasselbe Gewicht erhalten wie die Ansprüche der Aktionäre. Daher ist Unilever überzeugt, dass die Integration wirtschaftlicher, umweltbezogener und sozialer Aspekte das einzige akzeptable Geschäftsmodell der Zukunft sein kann. Die soziale Verantwortung betrifft Unternehmen und Marken, welche auf ihren guten Ruf angewiesen sind und seit Jahren eine treue Kundschaft bedienen.
Stichwort Kundschaft: Sie haben unter anderem in England, Frankreich und Südafrika gearbeitet. Inwiefern unterscheiden sich die Bedürfnisse der Konsumenten in den verschiedenen Ländern voneinander?
Wenn es um die tägliche Körperpflege geht, bestehen generell weniger Unterschiede. In Bezug auf Nahrungsmittel zeigt sich indes ein anderes Bild. Hier spielen Traditionen und lokale Verankerungen eine grosse Rolle, was sich wiederum auf die Entwicklung eines Produkts auswirkt. Dank unserer starken Wurzeln in den lokalen Märkten, wie beispielsweise in der Schweiz, wo wir seit über 100 Jahren unser lokales Knorr-Portfolio herstellen, können wir uns den individuellen Bedürfnissen rasch anpassen. Dabei nimmt auch die Verbraucherbefragung einen wichtigen Platz ein.
In welchem Land ist Unilever bisher nicht präsent?
Unsere Produkte werden offiziell in 180 Ländern vertrieben. Eine Ausnahme bildet derzeit Nordkorea.
In den Schwellenländern kann Ihr Unternehmen ein erfolgreiches Wachstum verzeichnen. Wie sieht die Situation in der Schweiz und in Europa aus?
Wir erzielen bereits 53 Prozent unseres Umsatzes in den aufstrebenden Ländern und wollen dort auch weiterhin wachsen. In der Schweiz sind wir breit vertreten, und das Geschäft läuft wie im übrigen Europa solide. Angesichts der wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung ist Wachstum hier nur über starke Innovationen erreichbar.
Die Marke Unilever ist in sieben von zehn Haushalten weltweit präsent. Mehr als zwei Milliarden Konsumenten benützen die Produkte täglich. Wie lautet Ihr Erfolgsrezept?
Qualität und Leistung stehen im Vordergrund. Als Unternehmen pflegen wir darüber hinaus eine verantwortungsvolle Geschäftspolitik. Dazu gehört auch, Wohlstand zu schaffen, zu teilen und zu investieren. Weiter setzt Unilever auf starke Allianzen mit Handels- und Geschäftspartnern sowie Lieferanten nach dem Motto: «Man muss sein Glück teilen, um es zu vervielfachen.»
Die Eurokrise setzt der Wirtschaft nach wie vor zu. Wie stark leidet Unilever unter dem starken Franken?
Währungsschwankungen gehören zum täglichen Geschäft eines multinationalen Unternehmens. Lokal stellt die Aufwertung des Frankens eine Herausforderung dar, sei es im Zusammenhang mit unseren beiden Schweizer Produktionsstandorten oder aufgrund des negativen Einflusses auf das Einkaufsverhalten. Insgesamt beschäftigt uns die schleppende wirtschaftliche Gesamtentwicklung Europas noch mehr. Nicht nur Finanzschwierigkeiten sorgen für rote Köpfe, sondern auch Klimaprobleme. Die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre hat einen gefährlichen Rekord erreicht, und demnach gewinnt der Umweltaspekt an Bedeutung. In der Schweiz setzt Unilever seit Anfang 2011 auf erneuerbare Energien an sämtlichen schweizweiten Produktions- und Verwaltungsstandorten.
Unilever führt zum dreizehnten Mal in Folge den Dow Jones Sustainability Index im Lebensmittelbereich an und gehört hiermit zu den nachhaltigsten Unternehmen der Branche. Lastet nun ein grosser Druck auf Ihren Schultern?
Die Erwartungshaltung ist sicher vorhanden. Aber in erster Linie bin ich sehr erfreut, dass wir unseren Platz an der Spitze des Indexes erneut verteidigen konnten und unsere Bemühungen honoriert werden. Es gilt weiterhin, achtsam zu sein und sich von Unternehmen abzugrenzen, die Nachhaltigkeit einzig auf ihre Werbung beschränken, um die Verbraucher anzulocken. Zudem sind auch Öko-Ratings vergangenheitsorientiert, während die Beweisführung über die zukünftige Entwicklung immer wieder aufs Neue erbracht werden muss.
Sie sprechen die Zukunft an. Haben Sie Ihre Werbestrategie im Hinblick auf zahlreiche Herausforderungen verändert?
Wir setzen unsere Botschaften differenziert ein, indem wir versuchen, unsere Kundschaft in Sachen Umweltbewusstsein zu sensibilisieren. Insgesamt haben wir ein Augenmerk auf die neuen Medien geworfen und greifen diesbezüglich auch tiefer in die Tasche. Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht mehr auf Print oder TV setzen. Als seinerzeit das Fernsehen eingeführt wurde, hat man die Presse bereits totgesagt, doch diese Befürchtung ist nie eingetreten. Ich bin überzeugt, dass die klassische Werbung weiterhin eine wichtige Position einnehmen wird. Da wir weltweit 400 Marken vertreiben, müssen wir immer wieder neue Akzente setzen.
In welche Richtung wird sich der Lebensmittelmarkt entwickeln?
Die Aufgabe der Unternehmen besteht immer mehr darin, Gesundheitsaspekte sowie eine ausgeglichene Ernährung in den Vordergrund zu stellen. Die Konsumenten möchten vermehrt wissen, woher ein Produkt stammt und welche Bestandteile darin enthalten sind.
Firmen müssen deshalb neue Wege finden, um Wirtschafts- und Umweltfragen zu vereinen. Es ist wohl kein Zufall, dass insbesondere auch in der Schweiz grünliberale Ideen derzeit sehr gefragt sind.
Können Sie ein konkretes Geschäftsbeispiel nennen?
In Asien und Afrika verkaufen wir eine Seife mit Namen «Lifebuoy». Das Ziel besteht darin, Kindern und jungen Müttern die tägliche Hygiene zu erleichtern und die gesundheitlichen Vorteile vor allem in Bezug auf Händewaschen näherzubringen. Die Botschaft trägt bereits Früchte und schlägt sich in Form positiver Verkaufszahlen nieder. Gleichzeitig trägt die Marke zu einem gesundheitlichen Selbstverständnis bei, indem die Durchfallerkrankungen in besagten Ländern erheblich reduziert werden konnten.
Auch Migros oder Coop setzen mit Eigen-produkten ein Zeichen betreffend Umweltbewusstsein. Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen Unilever und den Lebensmittel-anbietern aus?
Die Kooperation läuft gut, und wir möchten diese künftig intensivieren. Unternehmen wie Unilever können Grossverteiler unterstützen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Inwiefern wirkt sich die Nachhaltigkeit auf Innovationen im täglichen Geschäft aus?
Umweltschutz ist ein ergiebiges Feld, was die Produkte- und Verpackungsentwicklung angeht. Er stimuliert die Kreation von Produktinnovationen, die Umweltaspekten von Anfang an Rechnung tragen und umweltbewusste Konsumenten ansprechen. Ein Beispiel hierfür ist «Omo klein & kräftig», ein Flüssigkonzentrat-Waschmittel. Dieses ist leichter, kleiner und ergiebiger als klassisches Waschpulver, was sich in Sachen Transport sowie Gebrauch positiv auswirkt und nicht zuletzt weniger Verpackung erfordert.
Ihr Unternehmen hat sich entschieden, den Standort Schaffhausen zu stärken. Weshalb?
Wir bauen unsere Präsenz aus und ergänzen die bestehende Organisation für Europa um das Supply-Chain-Management für den amerikanischen Kontinent. Da nun die für Europa sowie für die USA zuständigen Zentralen an einem Standort zusammengefasst sind, lassen sich interne Prozesse effizienter nutzen.
Könnte sich Unilever mit ähnlicher Geschwindigkeit entwickeln wie Nestlé oder Procter & Gamble?
In den ersten neun Monaten dieses Jahres -haben wir unseren Umsatz um 6,5 Prozent gesteigert und liegen damit über dem Branchenschnitt. Im Vergleich mit unseren Mitbe-werbern sind wir im Lebensmittel- und Refreshmentmarkt sowie mit Körperpflegeproduzenten und Haushaltreinigern breiter aufgestellt. Auch innerhalb der Kategorien sind Unterschiede feststellbar. Unilever fokussiert sich auf Tee, während der Konzern Nestlé auf Kaffee setzt. Letzterer ist zusätzlich im Wassergeschäft engagiert. Doch gilt für alle Konzerne, die Herausforderungen der Zukunft aktiv anzugehen. Nebst Umwelt- und Klimaschutz dürfen wir nicht vergessen, dass die zunehmende Überalterung im Zentrum stehen wird, und das bedeutet, dass wir im Hinblick auf die Erarbeitung neuer Produkte neue Lebensmittelkonzepte entwickeln müssen.
Die Nachhaltigkeitsaspekte spielen seit jeher eine zentrale Rolle in unserem Unternehmen. Da zwei Drittel der von uns genutzten Ressourcen Agrarrohstoffe sind, haben wir bereits Mitte der Neunzigerjahre ein umfangreiches Programm zur Förderung einer nachhaltigen Agrarwirtschaft entwickelt. Wir gehören zweifelsohne zu den Pionieren, und mit weiteren Initiativen im Bereich landwirtschaftlicher Produkte wie beispielsweise bei Lipton-Tee wurden neue Massstäbe gesetzt. Vor Kurzem haben wir uns auch zum Ziel gesetzt, unsere Unternehmensgrösse zu verdoppeln und gleichzeitig die Umwelteinflüsse durch den Konsum unserer Produkte zu reduzieren.
Ist demnach unbestritten, dass Marken mit hohem Nachhaltigkeitswert zunehmend gefragt sind?
Diesbezüglich besteht ein wachsendes Interesse. Auch für eine neue Form des Kapitalismus, in der die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger dasselbe Gewicht erhalten wie die Ansprüche der Aktionäre. Daher ist Unilever überzeugt, dass die Integration wirtschaftlicher, umweltbezogener und sozialer Aspekte das einzige akzeptable Geschäftsmodell der Zukunft sein kann. Die soziale Verantwortung betrifft Unternehmen und Marken, welche auf ihren guten Ruf angewiesen sind und seit Jahren eine treue Kundschaft bedienen.
Stichwort Kundschaft: Sie haben unter anderem in England, Frankreich und Südafrika gearbeitet. Inwiefern unterscheiden sich die Bedürfnisse der Konsumenten in den verschiedenen Ländern voneinander?
Wenn es um die tägliche Körperpflege geht, bestehen generell weniger Unterschiede. In Bezug auf Nahrungsmittel zeigt sich indes ein anderes Bild. Hier spielen Traditionen und lokale Verankerungen eine grosse Rolle, was sich wiederum auf die Entwicklung eines Produkts auswirkt. Dank unserer starken Wurzeln in den lokalen Märkten, wie beispielsweise in der Schweiz, wo wir seit über 100 Jahren unser lokales Knorr-Portfolio herstellen, können wir uns den individuellen Bedürfnissen rasch anpassen. Dabei nimmt auch die Verbraucherbefragung einen wichtigen Platz ein.
In welchem Land ist Unilever bisher nicht präsent?
Unsere Produkte werden offiziell in 180 Ländern vertrieben. Eine Ausnahme bildet derzeit Nordkorea.
In den Schwellenländern kann Ihr Unternehmen ein erfolgreiches Wachstum verzeichnen. Wie sieht die Situation in der Schweiz und in Europa aus?
Wir erzielen bereits 53 Prozent unseres Umsatzes in den aufstrebenden Ländern und wollen dort auch weiterhin wachsen. In der Schweiz sind wir breit vertreten, und das Geschäft läuft wie im übrigen Europa solide. Angesichts der wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung ist Wachstum hier nur über starke Innovationen erreichbar.
Die Marke Unilever ist in sieben von zehn Haushalten weltweit präsent. Mehr als zwei Milliarden Konsumenten benützen die Produkte täglich. Wie lautet Ihr Erfolgsrezept?
Qualität und Leistung stehen im Vordergrund. Als Unternehmen pflegen wir darüber hinaus eine verantwortungsvolle Geschäftspolitik. Dazu gehört auch, Wohlstand zu schaffen, zu teilen und zu investieren. Weiter setzt Unilever auf starke Allianzen mit Handels- und Geschäftspartnern sowie Lieferanten nach dem Motto: «Man muss sein Glück teilen, um es zu vervielfachen.»
Die Eurokrise setzt der Wirtschaft nach wie vor zu. Wie stark leidet Unilever unter dem starken Franken?
Währungsschwankungen gehören zum täglichen Geschäft eines multinationalen Unternehmens. Lokal stellt die Aufwertung des Frankens eine Herausforderung dar, sei es im Zusammenhang mit unseren beiden Schweizer Produktionsstandorten oder aufgrund des negativen Einflusses auf das Einkaufsverhalten. Insgesamt beschäftigt uns die schleppende wirtschaftliche Gesamtentwicklung Europas noch mehr. Nicht nur Finanzschwierigkeiten sorgen für rote Köpfe, sondern auch Klimaprobleme. Die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre hat einen gefährlichen Rekord erreicht, und demnach gewinnt der Umweltaspekt an Bedeutung. In der Schweiz setzt Unilever seit Anfang 2011 auf erneuerbare Energien an sämtlichen schweizweiten Produktions- und Verwaltungsstandorten.
Unilever führt zum dreizehnten Mal in Folge den Dow Jones Sustainability Index im Lebensmittelbereich an und gehört hiermit zu den nachhaltigsten Unternehmen der Branche. Lastet nun ein grosser Druck auf Ihren Schultern?
Die Erwartungshaltung ist sicher vorhanden. Aber in erster Linie bin ich sehr erfreut, dass wir unseren Platz an der Spitze des Indexes erneut verteidigen konnten und unsere Bemühungen honoriert werden. Es gilt weiterhin, achtsam zu sein und sich von Unternehmen abzugrenzen, die Nachhaltigkeit einzig auf ihre Werbung beschränken, um die Verbraucher anzulocken. Zudem sind auch Öko-Ratings vergangenheitsorientiert, während die Beweisführung über die zukünftige Entwicklung immer wieder aufs Neue erbracht werden muss.
Sie sprechen die Zukunft an. Haben Sie Ihre Werbestrategie im Hinblick auf zahlreiche Herausforderungen verändert?
Wir setzen unsere Botschaften differenziert ein, indem wir versuchen, unsere Kundschaft in Sachen Umweltbewusstsein zu sensibilisieren. Insgesamt haben wir ein Augenmerk auf die neuen Medien geworfen und greifen diesbezüglich auch tiefer in die Tasche. Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht mehr auf Print oder TV setzen. Als seinerzeit das Fernsehen eingeführt wurde, hat man die Presse bereits totgesagt, doch diese Befürchtung ist nie eingetreten. Ich bin überzeugt, dass die klassische Werbung weiterhin eine wichtige Position einnehmen wird. Da wir weltweit 400 Marken vertreiben, müssen wir immer wieder neue Akzente setzen.
In welche Richtung wird sich der Lebensmittelmarkt entwickeln?
Die Aufgabe der Unternehmen besteht immer mehr darin, Gesundheitsaspekte sowie eine ausgeglichene Ernährung in den Vordergrund zu stellen. Die Konsumenten möchten vermehrt wissen, woher ein Produkt stammt und welche Bestandteile darin enthalten sind.
Firmen müssen deshalb neue Wege finden, um Wirtschafts- und Umweltfragen zu vereinen. Es ist wohl kein Zufall, dass insbesondere auch in der Schweiz grünliberale Ideen derzeit sehr gefragt sind.
Können Sie ein konkretes Geschäftsbeispiel nennen?
In Asien und Afrika verkaufen wir eine Seife mit Namen «Lifebuoy». Das Ziel besteht darin, Kindern und jungen Müttern die tägliche Hygiene zu erleichtern und die gesundheitlichen Vorteile vor allem in Bezug auf Händewaschen näherzubringen. Die Botschaft trägt bereits Früchte und schlägt sich in Form positiver Verkaufszahlen nieder. Gleichzeitig trägt die Marke zu einem gesundheitlichen Selbstverständnis bei, indem die Durchfallerkrankungen in besagten Ländern erheblich reduziert werden konnten.
Auch Migros oder Coop setzen mit Eigen-produkten ein Zeichen betreffend Umweltbewusstsein. Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen Unilever und den Lebensmittel-anbietern aus?
Die Kooperation läuft gut, und wir möchten diese künftig intensivieren. Unternehmen wie Unilever können Grossverteiler unterstützen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Inwiefern wirkt sich die Nachhaltigkeit auf Innovationen im täglichen Geschäft aus?
Umweltschutz ist ein ergiebiges Feld, was die Produkte- und Verpackungsentwicklung angeht. Er stimuliert die Kreation von Produktinnovationen, die Umweltaspekten von Anfang an Rechnung tragen und umweltbewusste Konsumenten ansprechen. Ein Beispiel hierfür ist «Omo klein & kräftig», ein Flüssigkonzentrat-Waschmittel. Dieses ist leichter, kleiner und ergiebiger als klassisches Waschpulver, was sich in Sachen Transport sowie Gebrauch positiv auswirkt und nicht zuletzt weniger Verpackung erfordert.
Ihr Unternehmen hat sich entschieden, den Standort Schaffhausen zu stärken. Weshalb?
Wir bauen unsere Präsenz aus und ergänzen die bestehende Organisation für Europa um das Supply-Chain-Management für den amerikanischen Kontinent. Da nun die für Europa sowie für die USA zuständigen Zentralen an einem Standort zusammengefasst sind, lassen sich interne Prozesse effizienter nutzen.
Könnte sich Unilever mit ähnlicher Geschwindigkeit entwickeln wie Nestlé oder Procter & Gamble?
In den ersten neun Monaten dieses Jahres -haben wir unseren Umsatz um 6,5 Prozent gesteigert und liegen damit über dem Branchenschnitt. Im Vergleich mit unseren Mitbe-werbern sind wir im Lebensmittel- und Refreshmentmarkt sowie mit Körperpflegeproduzenten und Haushaltreinigern breiter aufgestellt. Auch innerhalb der Kategorien sind Unterschiede feststellbar. Unilever fokussiert sich auf Tee, während der Konzern Nestlé auf Kaffee setzt. Letzterer ist zusätzlich im Wassergeschäft engagiert. Doch gilt für alle Konzerne, die Herausforderungen der Zukunft aktiv anzugehen. Nebst Umwelt- und Klimaschutz dürfen wir nicht vergessen, dass die zunehmende Überalterung im Zentrum stehen wird, und das bedeutet, dass wir im Hinblick auf die Erarbeitung neuer Produkte neue Lebensmittelkonzepte entwickeln müssen.
